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Travelling Lesson #2

Travelling Lesson #2

Der Begriff Regenwald hat etwas mit Regen zu tun.

Fährt man in eine Gegend, die als sehr niederschlagsreich beschrieben wird, und von der auch die Einheimischen sagen, dass es dort an 85% der Tagen regnet, sollte man sich nicht wundern, wenn es wie aus Eimern schüttet.

Das ist doch wie ….

Ich bin zwar erst einige Tage in Neuseeland unterwegs, aber ich erlaube mir dennoch, einige Vergleiche zu ziehen.

Zumindest hier im Süden (mal sehen, ob sich mein Eindruck im Norden ändern wird) erinnert mich doch sehr vieles an Kanada. Ich bin mir sicher, sowohl Kanadier als auch Neuseeländer würden dies abstreiten, aber mir scheinen die Analogien doch zu offensichtlich.

Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die Landschaft oder das Wetter (obwohl hier im Süden das Herbstwetter doch stark an Kanada im letzten Herbst erinnert), sondern vielmehr die Menschen.

Man pflegt hier auch gerne dieses “Naturburschen-Image”, die bevorzugte Kleidung erscheint wie aus der Auslage eines Outdoor-Shops. Man ist wettergegärbt und –resistent, so sind dicke Jacken über kurzen Hosen kein außergewöhnlicher Anblick. Das gilt nicht nur für die Männer, auch die Frauen pflegen diesen Look, nach meinen bisherigen Erfahrungen glaube ich nicht, dass der Markt für exzessive Kosmetikprodukte hier sehr ausgeprägt ist, High Heels habe ich nur bei japanischen Touristinnen gesehen  und der “metrosexuelle” Mann dürfte daher hier eher ein Schattendasein führen.

Überhaupt das Männerbild: Der “tough guy” steht offensichtlich hoch im Kurs, außerhalb der Städte fährt man Geländewagen und Pick-Ups, alles ist recht rustikal. Man sieht alle Arten von Outdoor-Aktivitäten, je extremer, desto besser. Aber insbesondere steht Rugby hoch im Kurs, einen Spruch, gemünzt auf den American Football, der ja auch nicht gerade ein Sport für Weicheier ist, hat mir besonders gefallen: “Rugby: No pads, no helmets, just balls”.

Aber dennoch hat die zumindest in diesem Sinne recht puritanische Regierung es geschafft, die Vorlieben für die kleinen Drogen des Alltags zu vertreiben. Alkohol wird nicht beworben und ist sehr teuer (Standard-Flasche Whisky über 100 €) und Tabakwaren werden nur aus versteckten verschlossenen Schränken verkauft und sind mit 15 € pro Schachtel Zigaretten auch nicht gerade billig. Vielleicht erschein uns auch deshalb die Kneipen-Kultur eher unterentwickelt, in einer Stadt wie Queenstown waren es – trotz vieler Touristen – beispielsweise gestern kurz vor 22.00 Uhr schon überraschend ruhig.

In diesem Sinne: “Ey mate, what’s on?” … (wirklich die Standard-Anrede von Mann zu Mann)

…eiskalt und platt…

So schön warm und kuschelig hatte der Abend begonnen – bis unsere Heizung in der Nacht ausfiel und es kalt und kälter und immer noch kälter wurde. Das Licht am Heizungsschalter blinkte uns an, was will es uns nur sagen? Wir drehen, drücken, ziehen, hauen dagegen – nichts. Haben wir etwa doch etwas Wichtiges aus der langen Instruktion vergessen? Ah, sie haben uns doch einen extra Heizlüfter mit gegeben, wussten sie schon, dass die Heizung nicht gut funktionieren wird? Leider auch Fehlanzeige: Der Lüfter pustet nur kalte Luft in den Raum – naja. So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns tief einzugraben in die zum Glück recht warme Bettdecke, Zusatzdecke oben drüber, Socken an, aber dennoch: mit eiskalter Nase schläft es sich nicht wirklich gemütlich. Dazu kommt, dass die nicht funktionierende Heizung großen Krach macht und sich der Lattenrost wie von selbst bewegt, mal sackt die eine, mal der andere ein – das ist wie im Slapstick, nur ohne Kamera! Wir lachen herzlich darüber – das gibt blaue Flecken.

Zum Glück weckt uns am Morgen eine kräftige Sonne, sie scheint hier sehr grell und stark, obwohl es ja Herbst ist, es ist ein ganz anderes Licht als in Deutschland. Die Sonne und eine warme Dusche versöhnen uns mit der letzten Nacht. Wir können draußen sitzen und frühstücken, wunderbar, so haben wir uns das vorgestellt! Ein Plausch mit den neuseeländischen Nachbarn, ein paar Tipps zur heutigen Route und bald geht es los.

Aber oh je, wir kommen nicht weit, schon ein paar Hundert Meter nach Verlassen des Campingplatzes hören wir ein seltsames Geräusch, was ist das? Fenster auf und was ist los – der vordere Reifen verliert Luft und wird breiter und breiter, bis er ganz platt ist. Wir schaffen es gerade noch zur Hauptstraße und können am Rand anhalten – das geht ja gut los! Zum Glück haben wir ein Handy für Neuseeland und rufen die WoMo-Hotline an, sie schicken einen Mechaniker aus der Nähe, er wechselt den Reifen und wir können – endlich – mit dem Ersatzrad weiterfahren. Also wieder zurück zur Mietstation, sie wollen uns einen neuen Reifen aufziehen, zudem reklamieren wir die Heizung und das Bett. Nun dauert es wieder, und dauert, und dauert. Wir treffen zufällig ein anderes deutsches Paar, die in der letzten Nacht genau die gleichen Probleme hatten, im baugleichen Auto – es ist übrigens ein Ford Transit – wirklich Zufall?? Wir unterhalten uns sehr nett, die beiden haben z.T. gleiche Ziele – wir verabreden uns am nächsten Campingplatz, klappt leider nicht, aber vielleicht ein anderes Mal auf der Tour. Der Sonnenuntergang hinter den neuseeländischen Alpen, schneebedeckte Gipfel, blau-roter Himmel – grandios. Nun hoffen wir erneut auf eine kuschlig-warme Nacht.

Wohnmobil–eine Welt für sich

Wohnmobil–eine Welt für sich

So ein Wohnmobil zu mieten und dann auch zu beherrschen, ist eine Wissenschaft für sich!

Wir hätten nie gedacht, dass es alleine drei Stunden braucht, bis wir mit unserem neuen “Zuhause” für die nächsten drei Wochen endlich losfahren können. Auf einem riesen Parkplatz stehen unzählige große Gefährte, eines größer als das andere – oh je, mit so etwas sollen wir fahren? Wir dachten, dass am Ende der Saison wenig los wäre bei der Vermietstation – weit gefehlt, im Warteraum sitzen bereits viele Touristen, wir melden uns an der Rezeption an und erfahren, dass es mindestens eine Stunde dauern wird. Dazu erhalten wir ein iPad, mit dem wir ein Sicherheitsvideo anschauen sollen – nicht vergessen: immer links fahren und ohne Alkohol – ach! Immerhin gibt es Kaffee und Internet, dazu einen großen Stapel Papier mit den Mietkonditionen etc. zum Lesen.

Wir schauen uns immer wieder draußen die verschiedenen Campmobile an und rätseln, welches wohl unseres ist. Dann endlich: Wir sind dran an der ersten Station: ein Gespräch zu den Mietbedingungen und insbesondere zu den Versicherungen. Oh je, wir hatten uns im Vorfeld schon viele Gedanken dazu gemacht und wollten eigentlich die kleine Lösung – aber dann hat uns der Mitarbeiter deutlich gemacht, wie teuer es tatsächlich im Fall der Fälle werden kann; naja, so haben wir doch das All-Inclusive-Paket abgeschlossen, wir können also Unfälle machen, uns sogar auf die Seite rollen oder überschlagen – alles ist versichert, das ist doch was! Dann eine lange Einweisung in die Untiefen der Technik eines solchen Gefährtes, uns schwirrt der Kopf vom Frischwasser, Gas, Kühlschrank, Heizung, Abwasser, Tank, Mikrowelle, Dusche, Herd, Strom, dazu Licht, Entertainment, tausend Schalter und Anleitungen, zum Glück hören wir das mit vier Ohren, einer wird es sich schon merken können.

Dann lassen sie uns endlich vom Hof: Jetzt wird’s spannend, Schalthebel auf der ‘falschen’ Seite, Blinker etc., alles falsch herum…Wir fahren mehr oder weniger sicher nach Christchurch in die Stadt zurück, wir brauchen ja noch unser Gepäck! Das heutige Ziel haben wir umgestellt, erstmal eine kleine Strecke, es ist schon so spät und zudem wollen wir es ja gemächlich angehen lassen.

Also auf nach Akaroa, eine kleine Hafenstadt östlich von Christchurch auf einer Landzunge. Hier ist alles französisch und das hat folgenden HIntergrund: Ein Schiff mit ca. 60 Franzosen und einigen Deutschen hat sich auf den Weg gemacht, diesen Landstrich einzunehmen. Als die Briten davon erfuhren, sind sie ganz schnell ebenfalls losgeschippert und waren eine Woche früher am Ziel, haben ihre Fahne gehisst und die Franzosen waren mächtig enttäuscht. Nichtsdestotrotz haben sie sich niedergelassen und das Gebiet besiedelt. So sind auch heute noch die Straßennamen französisch und auch die Restaurants sind klar frankophil geprägt, auch bzgl. der Preise!

Für das morgige Frühstück haben wir uns ein Baguette gekauft…Auf dem Rückweg zum Campingplatz kommt die neue Stirnlampe zum Einsatz, tolle Sache! Wir stapfen durchs Gelände, alles ist ruhig, es ist richtig gute Luft – herrlich! Nach weiteren Umbauten und Einstellungen schlüpfen wir endlich in unser romantisches, kuschliges Bett im Wohnmobil – und erinnern uns daran, dass unsere letzte Nacht in unserem damaligen VW-Bus bereits über 30(!) Jahre zurück liegt.

Herbstimpressionen

Aus Deutschland in die Tropen zu fliegen und mit dem damit verbundenen Temperaturwechsel klar zu kommen, ist man mittlerweile gewohnt.

So war es keine gänzlich ungewohnte Veränderung aus dem vorfrühlinghaften Deutschland in Singapur mit seinen über 30 Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit anzukommen. Mittlerweile sind wir jedoch nach Neuseeland weitergereist ….. und hier ist jetzt Herbst!

Und diese Umstellung ist jetzt doch sehr außergewöhnlich. Es ist sehr windig, die Blätter verfärben sich und fallen ab, also eigentlich ein Wetter wie man es auch in Deutschland erleben würde, nur eben zur völlig falschen Zeit. Und auch für die nächsten Tage wird uns das Wetter nicht los lassen. Wir haben beschlossen, weiter in den Süden zu fahren, trotz des Hinweises, dass man für die Inseldurchquerung sicherheitshalber Schneeketten dabei haben sollte. Erst in einigen Tagen geht es dann Richtung Norden Richtung warmes Wetter.

Und noch etwas anderes erscheint mir für solch eine lange Reise ungewohnt. Man ist auf der anderen Seite der Welt und dennoch ist Vieles bekannt – bis auf die Sprache …. dieser Dialekt hier ist wirklich very strange. In Christchurch sieht es an vielen Ecken aus wie in England – die Häuser, die Parks, natürlich der Linksverkehr, die Straßenzüge – es heißt ja genauso wie eine Stadt in England. An diesen starken Einfluss der Kolonialherren muss man sich erstmal gewöhnen, so weit weg von Europa.

Christchurch sieht noch ziemlich mitgenommen aus vom Erdbeben in 2011: Viele Gebäude stehen noch immer leer, es gibt viel freie Fläche in der Innenstadt. Wo früher große Innenstadt-Gebäude waren gibt es jetzt unbefestigte Parkplätze. Das Erdbeben hat damals wirklich erschreckend viel zerstört – die Kirche ist nur noch eine Ruine ohne Kirchturm.  Die Stadt strengt sich an, die Schäden zu beseitigen und die Lücken zu füllen, das wird aber noch lange dauern. Der wunderschöne Park mit riesengroßen Bäumen und botanischem (natürlich englischem) Garten (inkl. Rosengarten) hat alles gut überstanden, die Wurzeln der Bäume sind halt doch flexibler als Betonfundamente

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Dauer-Sommer in Singapur

Ist das heute aber heiß…ah, nicht nur heute – so ist es hier immer…nur die Luftfeuchtigkeit ändert sich etwas, je nachdem, ob es geregnet hat oder nicht…uff, ganz schön anstrengend! Auch ohne körperliche Anstrengung kostet es Energie und dazu viel Wasser, man ist ständig am Trinken. Ansonsten helfen die Klimaanlagen der Shopping Malls oder der U-Bahn, sich zwischendurch wieder auf Normaltemperatur abzukühlen. Wir sind die letzten fünf Tage durch Singapur gelaufen, haben sehr viel angeschaut und auf uns wirken lassen – die moderne Architektur der Hochhäuser, den Charme der alten Shophouses, die Gerüche in Chinatown oder auch die bunten Farben in Little India. Es ist schön zu sehen, wie grün Singapur ist dank vieler langfristiger Initiativen selbst mitten in der Stadt, vertikale Gärten, Parks, selbst die Vögel geben zum Sonnenuntergang ein lautstarkes Konzert auf den belebten Straßen der Rushhour. Wir haben den wunderschönen Botanische Garten mit seinen Orchideen, tropischen Pflanzen, kleinen Seen etc.  angeschaut und dort gepicknickt. Nach all den vielen Eindrücken dieser Stadt mit den zahlreichen, friedlich nebeneinander lebenden Kulturen, lassen wir Singapur heute am Pool ausklingen, genießen noch die letzten Stunden zu dritt, bevor wir dann am Nachmittag zum Flughafen aufbrechen. Auf dem Weg dahin werden wir nochmal asiatisch essen – die Foodhalls mit ihren bunten Essensständen aus allen asiatischen Ländern und den leckeren Fruchtshakes waren klasse – jeder holt sich, worauf er/sie Lust hat, auch wenn man nicht immer weiß, was es ist und es oftmals recht fremd schmeckt – wir mögen das alle drei sehr gerne und haben alles super vertragen.

Es war sehr schön, Daniels vielfältige Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Zeit auf den Philippinen zu hören und sich dazu auszutauschen. Später werden wir dann in verschiedene Flugzeuge steigen (seufz, schon wieder Abschied – das ist bekanntermaßen nicht mein Ding), Daniel fliegt zurück nach Manila für seine letzten Wochen und wir steigen in den Flieger nach Christchurch, mit Umstieg am Morgen in Sydney. Am Pool lässt sich das heiße Wetter sehr gut genießen und die Luftfeuchtigkeit stört auch nicht, denn das Wasser ist so erfrischend nass 🙂

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