…eiskalt und platt…

So schön warm und kuschelig hatte der Abend begonnen – bis unsere Heizung in der Nacht ausfiel und es kalt und kälter und immer noch kälter wurde. Das Licht am Heizungsschalter blinkte uns an, was will es uns nur sagen? Wir drehen, drücken, ziehen, hauen dagegen – nichts. Haben wir etwa doch etwas Wichtiges aus der langen Instruktion vergessen? Ah, sie haben uns doch einen extra Heizlüfter mit gegeben, wussten sie schon, dass die Heizung nicht gut funktionieren wird? Leider auch Fehlanzeige: Der Lüfter pustet nur kalte Luft in den Raum – naja. So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns tief einzugraben in die zum Glück recht warme Bettdecke, Zusatzdecke oben drüber, Socken an, aber dennoch: mit eiskalter Nase schläft es sich nicht wirklich gemütlich. Dazu kommt, dass die nicht funktionierende Heizung großen Krach macht und sich der Lattenrost wie von selbst bewegt, mal sackt die eine, mal der andere ein – das ist wie im Slapstick, nur ohne Kamera! Wir lachen herzlich darüber – das gibt blaue Flecken. Zum Glück weckt uns am Morgen eine kräftige Sonne, sie scheint hier sehr grell und stark, obwohl es ja Herbst ist, es ist ein ganz anderes Licht als in Deutschland. Die Sonne und eine warme Dusche versöhnen uns mit der letzten Nacht. Wir können draußen sitzen und frühstücken, wunderbar, so haben wir uns das vorgestellt! Ein Plausch mit den neuseeländischen Nachbarn, ein paar Tipps zur heutigen Route und bald geht es los. Aber oh je, wir kommen nicht weit, schon ein paar Hundert Meter nach Verlassen des Campingplatzes hören wir ein seltsames Geräusch, was ist das? Fenster auf und...
Wohnmobil–eine Welt für sich

Wohnmobil–eine Welt für sich

So ein Wohnmobil zu mieten und dann auch zu beherrschen, ist eine Wissenschaft für sich! Wir hätten nie gedacht, dass es alleine drei Stunden braucht, bis wir mit unserem neuen “Zuhause” für die nächsten drei Wochen endlich losfahren können. Auf einem riesen Parkplatz stehen unzählige große Gefährte, eines größer als das andere – oh je, mit so etwas sollen wir fahren? Wir dachten, dass am Ende der Saison wenig los wäre bei der Vermietstation – weit gefehlt, im Warteraum sitzen bereits viele Touristen, wir melden uns an der Rezeption an und erfahren, dass es mindestens eine Stunde dauern wird. Dazu erhalten wir ein iPad, mit dem wir ein Sicherheitsvideo anschauen sollen – nicht vergessen: immer links fahren und ohne Alkohol – ach! Immerhin gibt es Kaffee und Internet, dazu einen großen Stapel Papier mit den Mietkonditionen etc. zum Lesen. Wir schauen uns immer wieder draußen die verschiedenen Campmobile an und rätseln, welches wohl unseres ist. Dann endlich: Wir sind dran an der ersten Station: ein Gespräch zu den Mietbedingungen und insbesondere zu den Versicherungen. Oh je, wir hatten uns im Vorfeld schon viele Gedanken dazu gemacht und wollten eigentlich die kleine Lösung – aber dann hat uns der Mitarbeiter deutlich gemacht, wie teuer es tatsächlich im Fall der Fälle werden kann; naja, so haben wir doch das All-Inclusive-Paket abgeschlossen, wir können also Unfälle machen, uns sogar auf die Seite rollen oder überschlagen – alles ist versichert, das ist doch was! Dann eine lange Einweisung in die Untiefen der Technik eines solchen Gefährtes, uns schwirrt der Kopf vom Frischwasser, Gas, Kühlschrank, Heizung, Abwasser, Tank, Mikrowelle, Dusche, Herd, Strom, dazu Licht,...

Herbstimpressionen

Aus Deutschland in die Tropen zu fliegen und mit dem damit verbundenen Temperaturwechsel klar zu kommen, ist man mittlerweile gewohnt. So war es keine gänzlich ungewohnte Veränderung aus dem vorfrühlinghaften Deutschland in Singapur mit seinen über 30 Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit anzukommen. Mittlerweile sind wir jedoch nach Neuseeland weitergereist ….. und hier ist jetzt Herbst! Und diese Umstellung ist jetzt doch sehr außergewöhnlich. Es ist sehr windig, die Blätter verfärben sich und fallen ab, also eigentlich ein Wetter wie man es auch in Deutschland erleben würde, nur eben zur völlig falschen Zeit. Und auch für die nächsten Tage wird uns das Wetter nicht los lassen. Wir haben beschlossen, weiter in den Süden zu fahren, trotz des Hinweises, dass man für die Inseldurchquerung sicherheitshalber Schneeketten dabei haben sollte. Erst in einigen Tagen geht es dann Richtung Norden Richtung warmes Wetter. Und noch etwas anderes erscheint mir für solch eine lange Reise ungewohnt. Man ist auf der anderen Seite der Welt und dennoch ist Vieles bekannt – bis auf die Sprache …. dieser Dialekt hier ist wirklich very strange. In Christchurch sieht es an vielen Ecken aus wie in England – die Häuser, die Parks, natürlich der Linksverkehr, die Straßenzüge – es heißt ja genauso wie eine Stadt in England. An diesen starken Einfluss der Kolonialherren muss man sich erstmal gewöhnen, so weit weg von Europa. Christchurch sieht noch ziemlich mitgenommen aus vom Erdbeben in 2011: Viele Gebäude stehen noch immer leer, es gibt viel freie Fläche in der Innenstadt. Wo früher große Innenstadt-Gebäude waren gibt es jetzt unbefestigte Parkplätze. Das Erdbeben hat damals wirklich erschreckend viel zerstört – die...

Dauer-Sommer in Singapur

Ist das heute aber heiß…ah, nicht nur heute – so ist es hier immer…nur die Luftfeuchtigkeit ändert sich etwas, je nachdem, ob es geregnet hat oder nicht…uff, ganz schön anstrengend! Auch ohne körperliche Anstrengung kostet es Energie und dazu viel Wasser, man ist ständig am Trinken. Ansonsten helfen die Klimaanlagen der Shopping Malls oder der U-Bahn, sich zwischendurch wieder auf Normaltemperatur abzukühlen. Wir sind die letzten fünf Tage durch Singapur gelaufen, haben sehr viel angeschaut und auf uns wirken lassen – die moderne Architektur der Hochhäuser, den Charme der alten Shophouses, die Gerüche in Chinatown oder auch die bunten Farben in Little India. Es ist schön zu sehen, wie grün Singapur ist dank vieler langfristiger Initiativen selbst mitten in der Stadt, vertikale Gärten, Parks, selbst die Vögel geben zum Sonnenuntergang ein lautstarkes Konzert auf den belebten Straßen der Rushhour. Wir haben den wunderschönen Botanische Garten mit seinen Orchideen, tropischen Pflanzen, kleinen Seen etc.  angeschaut und dort gepicknickt. Nach all den vielen Eindrücken dieser Stadt mit den zahlreichen, friedlich nebeneinander lebenden Kulturen, lassen wir Singapur heute am Pool ausklingen, genießen noch die letzten Stunden zu dritt, bevor wir dann am Nachmittag zum Flughafen aufbrechen. Auf dem Weg dahin werden wir nochmal asiatisch essen – die Foodhalls mit ihren bunten Essensständen aus allen asiatischen Ländern und den leckeren Fruchtshakes waren klasse – jeder holt sich, worauf er/sie Lust hat, auch wenn man nicht immer weiß, was es ist und es oftmals recht fremd schmeckt – wir mögen das alle drei sehr gerne und haben alles super vertragen. Es war sehr schön, Daniels vielfältige Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Zeit auf den...
Eine kurze Geschichte von Talern und Leidenschaft

Eine kurze Geschichte von Talern und Leidenschaft

Es gab einmal eine große Deutsche Bank, die den Menschen auf großen Schildern versprach, sie würden mit großer Leidenschaft Leistungen für sie erbringen. Dies gefiel dem armen Helden unserer kleinen Geschichte und so brachte er über viele Jahre große Mengen seiner Taler zu eben jeden leidenschaftlichen Männern in Blau, auf dass sie diese treulich verwalten würden. Eines Tages plante unser abenteuerlicher Held eine lange Reise in ferne Länder in denen er auch große Rechnungen zu bezahlen hatte. Und so fragte er die blauen Herren, ob er zusätzliche Taler in die kleine Karte stecken könne, die ihm die Herren gegeben hatten. “Aber gerne” sagen die Blauen und erklärten ihm wie er zu verfahren habe. Gesagt, getan – unser armer Tropf tat wie ihm geheißen und ging wohlgemut auf seine lange Reise. Doch oh weh! Kaum war er an seiner ersten Rast angekommen, musste unser müder Reisender feststellen, dass die großen Blauen seine Taler gar nicht mehr leidenschaftlich mochten und ihm alles zurückgegeben hatten. Wie sollte er nur die vielen Taler in den fernen Ländern bezahlen? Und so rief unser verzweifelter Held ganz laut ins ferne Frankfurt zu den blauen Herren, und auch viele antworteten ihm; einer fragte den anderen und so musste unser müder Held ganz lange ins ferne Frankfurt schreien und ganz vielen Blauen sein trauriges Los erzählen. Alle waren ganz mitleidig mit dem Schicksal unseres armen Helden und auch ganz traurig darüber, dass einer der Ihren so falsch Zeugnis abgelegt hatte. Aber helfen konnten sie unserem armen Tropf dennoch nicht, denn ein böser Herrscher mit vielen Namen, manchmal “System” oder “Computer” geheißen war überaus misslaunig und so ganz...