Seite auswählen

Wasser ist so präsent in Neuseeland – in jeglicher Form. Zunächst auf der Südinsel Wasserfälle über Wasserfälle, anfänglich haben wir bei (fast) jedem angehalten und ihn angeschaut. Der Höhepunkt war dann am Milford Sound, wo das Wasser an zahlreichen Stellen viele Hundert Meter die Felswand herunterfloss. Das Schiff fuhr so nah wie möglich an die großen Wasserfälle ran, dass es einer Dusche mit sehr lautem Getöse gleichkam – sehr beeindruckend. Das Wasser fließt in Flüssen weiter, davon gibt es zahlreiche in Neuseeland, viele sehr breite Flussbette, aber auch enge Schluchten, durch die das Wasser schießt, echte Naturschauspiele.

Dann waren wir bei Gletschern, türkisfarbenes gefrorenes Wasser, schön anzusehen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Seen, an denen wir unterwegs Pause gemacht haben oder an deren Ufer wir mit unserem Camper standen. Es sind große Seen mit klarem Wasser, der Blick darauf wirkt wunderbar beruhigend. Zum Teil sind es natürliche Seen, aber auch gefüllte Vulkankrater oder Stauseen. Gestern waren wir dabei, als bei einem Stausee die Schleusen z.T. geöffnet wurden und sich die enorme Wassermenge in die Tiefe ergoss. Es ist die Wucht, die Kraft des Wassers, die mich beeindruckt, dazu die vielen Formen, die man in den entstehenden Strudeln entdecken kann.

Das Wasser von oben gibt es (leider) nun im Herbst auch sehr oft – die Wiesen wären ansonsten ja auch nicht so grün wie bei “Herr der Ringe” und die Schafe hätten nicht so viel Gras zu fressen, um die gute Merinowolle zu produzieren. Die Wetterkapriolen hatten wir in der Tat unterschätzt.

So weit, so gut – das hat die Schweiz doch auch zu bieten, also nichts Besonderes? Es ist die Dimension, die Anzahl, die Unberührtheit, die Größe, die hier anders ist.

Und dann haben wir heute im Vulkangebiet etwas gesehen, das es in Europa nicht gibt: eine kochendheiße Wasserquelle, die als dampfender Fluss weiter fließt – unvorstellbar. Die Hitze wird zur Energiegewinnung (eindrucksvolle Anlagen mit dicken Rohren) und für die Gesundheit, sprich für Hot Pools, genutzt. Und dann haben wir heute im Waimangu Vulkangebiet der heißeste See der Erde (mit ca. 55 Grad) gesehen, dampfend, verwunschen. Am Wegesrand kleine Quellen, den Finger kann man für eine Sekunde reinhalten, dann wird es schon unangenehm. Das einzig unangenehme an dieser Art heißem Wasser ist, dass es nach Schwefel riecht bzw. stinkt…

Eine andere Dimension ist das Meer – an der Ostküste die Tasmanische See und im Westen der Pazifik, beides schön, zwischen den beiden Inseln die legendäre Cook-Street, die wir mit der Fähre überquerten. Das ist doch praktisch – mal kann man den Sonnenaufgang und mal den –untergang über dem Meer sehen, welches Land kann das schon mit kurzen Entfernungen dazwischen bieten?

Das allerbeste am Wasser ist, dass es wunderbar schmeckt und überall kostenlos verfügbar ist – selbst in jedem Restaurant erhält man eine Flasche Leitungswasser kostenlos auf den Tisch oder man bedient sich selbst an einer Wasserecke. Man muss keine Flaschen kaufen und schleppen und sich keine Gedanken um die Wasserqualität machen, es ist immer da und immer gut. Wie Ihr wisst, trinke ich täglich sehr viel Wasser und erfreue mich daher an dieser wunderbaren Ressource. Am Abend lässt sich der Genuss mit eine Glas leckerem neuseeländischen Wein (z.B. Pinot Gris aus dem Weingut “Johannisberg” – es hieß wirklich so) abwechslungsreich gestalten.