New Zealand–A Country Against my Addictions

Ein Freund des klassischen deutschen Schweinebratens wird in Saudi-Arabien nicht glücklich werden, genau sowenig wie ein Liebhaber wenig bekleideter Weiblichkeit. Ein buntes Strandleben ist beispielsweise in Norwegen eher selten zu finden genauso wie man in Stadtstaaten wie etwa Singapur auf der Suche nach unverfälschter Natur kaum fündig werden wird.

Und wie ist das in Neuseeland? Schon am Flughafen fällt auf, dass hier nicht gerade das feine Oxford-English gepflegt wird, manchmal hatte ich in den ersten Tagen den Eindruck, der hier gesprochenen Sprache nur teilweise mächtig zu sein. Aber dies legte sich recht schnell, die Abschiedsfloskel “Sijah” (= see you) geht mittlerweile leicht von den Lippen.

Viel schwerwiegender für mich ist die schon beschriebene Abneigung gegen die Alltagslaster wie Alkohol und Tabak. Unser letzter Kneipenbesuch in einer einfachen Sportsbar schlug für zwei kleine (lokale) Biere mit umgerechnet € 15 zu Buche.

Wahrscheinlich kommt jetzt mein viel beklagter Sexismus wieder hervor, aber ich habe den leisen Verdacht, dass dies mit den beiden Damen zusammenhängt, die vor dem jetzigen Regierungschef dieses Land regierten. “No alcohol, no tabac” war ja eine Forderung, die die Frauenbewegung beispielsweise in den USA schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ihre Fahne geschrieben hatte.

Gerne würde ich dieses Thema mal recherchieren, aber – und jetzt kommen wir zu einem weiteren Spannungsfeld meiner Addictions zu den Sitten hierzulande – das Internet ist hier eine Katastrophe.

Die Bedingungen, die ich hier vorfinde, erinnern mich manchmal an meine Anfänge mit meinem alten Postmodem in Deutschland. Freie Netze sind kaum zu finden, aus schierer Verzweiflung zahlt man dann für einen Internetzugang relativ hohe Preise, nur ist dieser dann so langsam, dass er kaum nutzbar ist. Eine Sim-Karte, die ich mir gleich zu Beginn gekauft hatte, funktionierte nie (nur für ganz spezielle Geräte, wie ich später erfuhr), eine andere nur in größeren Städten.

Ein Besuch bei Starbucks (leider kaum vorhanden) ist ja im Normalfall eine sichere Sache bzgl. Internet, nicht jedoch beispielsweise in Queenstown. Mein extra mitgebrachter Laptop konnte jedes Byte quasi mit Handschlag begrüßen. Ein Blick in die Runde zeigte, dass nahezu alle der anwesenden 25 Gäste mit denselben Problemen kämpften.

Einige Tage später weckte bei einem Café das Schild “Free Wifi” sofort ein nahezu unstillbares Verlangen nach dem angebotenen überteuerten Cappuccino. Eigentlich gab es den Zugang nur bei der Bestellung eines ganzen Frühstücks, aber anscheinend erweckte mein verzweifelter Gesichtsausdruck Mitleid und mir wurde konspirativ ein Zettel mit dem begehrten Zugangscode neben die Kaffeetasse gelegt. Das “Free Wifi” entpuppte sich dann als “30 MB oder 5 Min.”

Als Fazit lässt sich also feststellen, dass Neuseeland nicht das ideale Land ist, wenn man gerne mit angemessener Geschwindigkeit im Internet surft und dabei eine gute Zigarre und einen alten Whisky genießt ….. hmm

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