Das ist doch wie ….

Ich bin zwar erst einige Tage in Neuseeland unterwegs, aber ich erlaube mir dennoch, einige Vergleiche zu ziehen.

Zumindest hier im Süden (mal sehen, ob sich mein Eindruck im Norden ändern wird) erinnert mich doch sehr vieles an Kanada. Ich bin mir sicher, sowohl Kanadier als auch Neuseeländer würden dies abstreiten, aber mir scheinen die Analogien doch zu offensichtlich.

Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die Landschaft oder das Wetter (obwohl hier im Süden das Herbstwetter doch stark an Kanada im letzten Herbst erinnert), sondern vielmehr die Menschen.

Man pflegt hier auch gerne dieses “Naturburschen-Image”, die bevorzugte Kleidung erscheint wie aus der Auslage eines Outdoor-Shops. Man ist wettergegärbt und –resistent, so sind dicke Jacken über kurzen Hosen kein außergewöhnlicher Anblick. Das gilt nicht nur für die Männer, auch die Frauen pflegen diesen Look, nach meinen bisherigen Erfahrungen glaube ich nicht, dass der Markt für exzessive Kosmetikprodukte hier sehr ausgeprägt ist, High Heels habe ich nur bei japanischen Touristinnen gesehen  und der “metrosexuelle” Mann dürfte daher hier eher ein Schattendasein führen.

Überhaupt das Männerbild: Der “tough guy” steht offensichtlich hoch im Kurs, außerhalb der Städte fährt man Geländewagen und Pick-Ups, alles ist recht rustikal. Man sieht alle Arten von Outdoor-Aktivitäten, je extremer, desto besser. Aber insbesondere steht Rugby hoch im Kurs, einen Spruch, gemünzt auf den American Football, der ja auch nicht gerade ein Sport für Weicheier ist, hat mir besonders gefallen: “Rugby: No pads, no helmets, just balls”.

Aber dennoch hat die zumindest in diesem Sinne recht puritanische Regierung es geschafft, die Vorlieben für die kleinen Drogen des Alltags zu vertreiben. Alkohol wird nicht beworben und ist sehr teuer (Standard-Flasche Whisky über 100 €) und Tabakwaren werden nur aus versteckten verschlossenen Schränken verkauft und sind mit 15 € pro Schachtel Zigaretten auch nicht gerade billig. Vielleicht erschein uns auch deshalb die Kneipen-Kultur eher unterentwickelt, in einer Stadt wie Queenstown waren es – trotz vieler Touristen – beispielsweise gestern kurz vor 22.00 Uhr schon überraschend ruhig.

In diesem Sinne: “Ey mate, what’s on?” … (wirklich die Standard-Anrede von Mann zu Mann)

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