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So schön warm und kuschelig hatte der Abend begonnen – bis unsere Heizung in der Nacht ausfiel und es kalt und kälter und immer noch kälter wurde. Das Licht am Heizungsschalter blinkte uns an, was will es uns nur sagen? Wir drehen, drücken, ziehen, hauen dagegen – nichts. Haben wir etwa doch etwas Wichtiges aus der langen Instruktion vergessen? Ah, sie haben uns doch einen extra Heizlüfter mit gegeben, wussten sie schon, dass die Heizung nicht gut funktionieren wird? Leider auch Fehlanzeige: Der Lüfter pustet nur kalte Luft in den Raum – naja. So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns tief einzugraben in die zum Glück recht warme Bettdecke, Zusatzdecke oben drüber, Socken an, aber dennoch: mit eiskalter Nase schläft es sich nicht wirklich gemütlich. Dazu kommt, dass die nicht funktionierende Heizung großen Krach macht und sich der Lattenrost wie von selbst bewegt, mal sackt die eine, mal der andere ein – das ist wie im Slapstick, nur ohne Kamera! Wir lachen herzlich darüber – das gibt blaue Flecken.

Zum Glück weckt uns am Morgen eine kräftige Sonne, sie scheint hier sehr grell und stark, obwohl es ja Herbst ist, es ist ein ganz anderes Licht als in Deutschland. Die Sonne und eine warme Dusche versöhnen uns mit der letzten Nacht. Wir können draußen sitzen und frühstücken, wunderbar, so haben wir uns das vorgestellt! Ein Plausch mit den neuseeländischen Nachbarn, ein paar Tipps zur heutigen Route und bald geht es los.

Aber oh je, wir kommen nicht weit, schon ein paar Hundert Meter nach Verlassen des Campingplatzes hören wir ein seltsames Geräusch, was ist das? Fenster auf und was ist los – der vordere Reifen verliert Luft und wird breiter und breiter, bis er ganz platt ist. Wir schaffen es gerade noch zur Hauptstraße und können am Rand anhalten – das geht ja gut los! Zum Glück haben wir ein Handy für Neuseeland und rufen die WoMo-Hotline an, sie schicken einen Mechaniker aus der Nähe, er wechselt den Reifen und wir können – endlich – mit dem Ersatzrad weiterfahren. Also wieder zurück zur Mietstation, sie wollen uns einen neuen Reifen aufziehen, zudem reklamieren wir die Heizung und das Bett. Nun dauert es wieder, und dauert, und dauert. Wir treffen zufällig ein anderes deutsches Paar, die in der letzten Nacht genau die gleichen Probleme hatten, im baugleichen Auto – es ist übrigens ein Ford Transit – wirklich Zufall?? Wir unterhalten uns sehr nett, die beiden haben z.T. gleiche Ziele – wir verabreden uns am nächsten Campingplatz, klappt leider nicht, aber vielleicht ein anderes Mal auf der Tour. Der Sonnenuntergang hinter den neuseeländischen Alpen, schneebedeckte Gipfel, blau-roter Himmel – grandios. Nun hoffen wir erneut auf eine kuschlig-warme Nacht.