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So ein Wohnmobil zu mieten und dann auch zu beherrschen, ist eine Wissenschaft für sich!

Wir hätten nie gedacht, dass es alleine drei Stunden braucht, bis wir mit unserem neuen “Zuhause” für die nächsten drei Wochen endlich losfahren können. Auf einem riesen Parkplatz stehen unzählige große Gefährte, eines größer als das andere – oh je, mit so etwas sollen wir fahren? Wir dachten, dass am Ende der Saison wenig los wäre bei der Vermietstation – weit gefehlt, im Warteraum sitzen bereits viele Touristen, wir melden uns an der Rezeption an und erfahren, dass es mindestens eine Stunde dauern wird. Dazu erhalten wir ein iPad, mit dem wir ein Sicherheitsvideo anschauen sollen – nicht vergessen: immer links fahren und ohne Alkohol – ach! Immerhin gibt es Kaffee und Internet, dazu einen großen Stapel Papier mit den Mietkonditionen etc. zum Lesen.

Wir schauen uns immer wieder draußen die verschiedenen Campmobile an und rätseln, welches wohl unseres ist. Dann endlich: Wir sind dran an der ersten Station: ein Gespräch zu den Mietbedingungen und insbesondere zu den Versicherungen. Oh je, wir hatten uns im Vorfeld schon viele Gedanken dazu gemacht und wollten eigentlich die kleine Lösung – aber dann hat uns der Mitarbeiter deutlich gemacht, wie teuer es tatsächlich im Fall der Fälle werden kann; naja, so haben wir doch das All-Inclusive-Paket abgeschlossen, wir können also Unfälle machen, uns sogar auf die Seite rollen oder überschlagen – alles ist versichert, das ist doch was! Dann eine lange Einweisung in die Untiefen der Technik eines solchen Gefährtes, uns schwirrt der Kopf vom Frischwasser, Gas, Kühlschrank, Heizung, Abwasser, Tank, Mikrowelle, Dusche, Herd, Strom, dazu Licht, Entertainment, tausend Schalter und Anleitungen, zum Glück hören wir das mit vier Ohren, einer wird es sich schon merken können.

Dann lassen sie uns endlich vom Hof: Jetzt wird’s spannend, Schalthebel auf der ‘falschen’ Seite, Blinker etc., alles falsch herum…Wir fahren mehr oder weniger sicher nach Christchurch in die Stadt zurück, wir brauchen ja noch unser Gepäck! Das heutige Ziel haben wir umgestellt, erstmal eine kleine Strecke, es ist schon so spät und zudem wollen wir es ja gemächlich angehen lassen.

Also auf nach Akaroa, eine kleine Hafenstadt östlich von Christchurch auf einer Landzunge. Hier ist alles französisch und das hat folgenden HIntergrund: Ein Schiff mit ca. 60 Franzosen und einigen Deutschen hat sich auf den Weg gemacht, diesen Landstrich einzunehmen. Als die Briten davon erfuhren, sind sie ganz schnell ebenfalls losgeschippert und waren eine Woche früher am Ziel, haben ihre Fahne gehisst und die Franzosen waren mächtig enttäuscht. Nichtsdestotrotz haben sie sich niedergelassen und das Gebiet besiedelt. So sind auch heute noch die Straßennamen französisch und auch die Restaurants sind klar frankophil geprägt, auch bzgl. der Preise!

Für das morgige Frühstück haben wir uns ein Baguette gekauft…Auf dem Rückweg zum Campingplatz kommt die neue Stirnlampe zum Einsatz, tolle Sache! Wir stapfen durchs Gelände, alles ist ruhig, es ist richtig gute Luft – herrlich! Nach weiteren Umbauten und Einstellungen schlüpfen wir endlich in unser romantisches, kuschliges Bett im Wohnmobil – und erinnern uns daran, dass unsere letzte Nacht in unserem damaligen VW-Bus bereits über 30(!) Jahre zurück liegt.