Seite auswählen

Was erwartet man im allgemeinen, wenn man – egal in welcher Stadt – nach Chinatown geht? Enge Straßen, bunte Farben, Gerüche, Geschäftigkeit,  kurzum eine irgendwie sich selbst organisierende Form chaotischen Lebens. Nicht so in Singapur.

Hier ist Chinatown aufgeräumt, kein Müll auf den Straßen, die Tische in den Food Courts sind nummeriert und werden ehe man es sich versieht abgewischt und leergeräumt (incl. einer noch halbvollen Schale Suppe). Selbst die die unzähligen Behältnisse der TCM-Läden sind säuberlich beschriftet und sortiert.

Man fragt sich manchmal, ob man insbesondere in den Chinatowns der nordamerikanischen Städte nicht mittlerweile dieses unorganisierte Bild auch quasi als Folklore zelebriert, als gleichsam Marketing-Gag für Westler?

Sicherlich ist Singapur mit seinen preußischen Tugenden ein extremes Beispiel, aber wenn ich mich beispielsweise an die Chinatown in Bangkok erinnere, fand das “typische” Chinatown dort auch nur in den touristischen Vorführstraßen statt – in den Seitenstraßen war davon sehr wenig zu sehen.

So – was ist echt? ….

Aber wahrscheinlich gibt es das genau eben nicht, Chinatown ist überall das was die Einheimischen und die Erwartungen der Touristen daraus machen. Und so lange es Leute wie mich gibt, die es in jeder Stadt sobald sie den Begriff “Chinatown”  lesen genau dahin zieht, wird sich das wohl auch nicht ändern.