Wasser!

Wasser ist so präsent in Neuseeland – in jeglicher Form. Zunächst auf der Südinsel Wasserfälle über Wasserfälle, anfänglich haben wir bei (fast) jedem angehalten und ihn angeschaut. Der Höhepunkt war dann am Milford Sound, wo das Wasser an zahlreichen Stellen viele Hundert Meter die Felswand herunterfloss. Das Schiff fuhr so nah wie möglich an die großen Wasserfälle ran, dass es einer Dusche mit sehr lautem Getöse gleichkam – sehr beeindruckend. Das Wasser fließt in Flüssen weiter, davon gibt es zahlreiche in Neuseeland, viele sehr breite Flussbette, aber auch enge Schluchten, durch die das Wasser schießt, echte Naturschauspiele. Dann waren wir bei Gletschern, türkisfarbenes gefrorenes Wasser, schön anzusehen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Seen, an denen wir unterwegs Pause gemacht haben oder an deren Ufer wir mit unserem Camper standen. Es sind große Seen mit klarem Wasser, der Blick darauf wirkt wunderbar beruhigend. Zum Teil sind es natürliche Seen, aber auch gefüllte Vulkankrater oder Stauseen. Gestern waren wir dabei, als bei einem Stausee die Schleusen z.T. geöffnet wurden und sich die enorme Wassermenge in die Tiefe ergoss. Es ist die Wucht, die Kraft des Wassers, die mich beeindruckt, dazu die vielen Formen, die man in den entstehenden Strudeln entdecken kann. Das Wasser von oben gibt es (leider) nun im Herbst auch sehr oft – die Wiesen wären ansonsten ja auch nicht so grün wie bei “Herr der Ringe” und die Schafe hätten nicht so viel Gras zu fressen, um die gute Merinowolle zu produzieren. Die Wetterkapriolen hatten wir in der Tat unterschätzt. So weit, so gut – das hat die Schweiz doch auch zu bieten, also nichts Besonderes? Es ist...

New Zealand–A Country Against my Addictions

Ein Freund des klassischen deutschen Schweinebratens wird in Saudi-Arabien nicht glücklich werden, genau sowenig wie ein Liebhaber wenig bekleideter Weiblichkeit. Ein buntes Strandleben ist beispielsweise in Norwegen eher selten zu finden genauso wie man in Stadtstaaten wie etwa Singapur auf der Suche nach unverfälschter Natur kaum fündig werden wird. Und wie ist das in Neuseeland? Schon am Flughafen fällt auf, dass hier nicht gerade das feine Oxford-English gepflegt wird, manchmal hatte ich in den ersten Tagen den Eindruck, der hier gesprochenen Sprache nur teilweise mächtig zu sein. Aber dies legte sich recht schnell, die Abschiedsfloskel “Sijah” (= see you) geht mittlerweile leicht von den Lippen. Viel schwerwiegender für mich ist die schon beschriebene Abneigung gegen die Alltagslaster wie Alkohol und Tabak. Unser letzter Kneipenbesuch in einer einfachen Sportsbar schlug für zwei kleine (lokale) Biere mit umgerechnet € 15 zu Buche. Wahrscheinlich kommt jetzt mein viel beklagter Sexismus wieder hervor, aber ich habe den leisen Verdacht, dass dies mit den beiden Damen zusammenhängt, die vor dem jetzigen Regierungschef dieses Land regierten. “No alcohol, no tabac” war ja eine Forderung, die die Frauenbewegung beispielsweise in den USA schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ihre Fahne geschrieben hatte. Gerne würde ich dieses Thema mal recherchieren, aber – und jetzt kommen wir zu einem weiteren Spannungsfeld meiner Addictions zu den Sitten hierzulande – das Internet ist hier eine Katastrophe. Die Bedingungen, die ich hier vorfinde, erinnern mich manchmal an meine Anfänge mit meinem alten Postmodem in Deutschland. Freie Netze sind kaum zu finden, aus schierer Verzweiflung zahlt man dann für einen Internetzugang relativ hohe Preise, nur ist dieser dann so langsam, dass...

Travelling Lesson #3

Begegnet man auf einer unkomplizierten ca. 2stündigen Wanderung jemanden, der genug hervorragendes Equipment dabei hat um sowohl für Schneestürme als auch für brütende Hitze gewappnet zu sein, kann man ziemlich sicher sein, dass er auch einen deutschen Pass dabei...
Travelling Lesson #2

Travelling Lesson #2

Der Begriff Regenwald hat etwas mit Regen zu tun. Fährt man in eine Gegend, die als sehr niederschlagsreich beschrieben wird, und von der auch die Einheimischen sagen, dass es dort an 85% der Tagen regnet, sollte man sich nicht wundern, wenn es wie aus Eimern...

Das ist doch wie ….

Ich bin zwar erst einige Tage in Neuseeland unterwegs, aber ich erlaube mir dennoch, einige Vergleiche zu ziehen. Zumindest hier im Süden (mal sehen, ob sich mein Eindruck im Norden ändern wird) erinnert mich doch sehr vieles an Kanada. Ich bin mir sicher, sowohl Kanadier als auch Neuseeländer würden dies abstreiten, aber mir scheinen die Analogien doch zu offensichtlich. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die Landschaft oder das Wetter (obwohl hier im Süden das Herbstwetter doch stark an Kanada im letzten Herbst erinnert), sondern vielmehr die Menschen. Man pflegt hier auch gerne dieses “Naturburschen-Image”, die bevorzugte Kleidung erscheint wie aus der Auslage eines Outdoor-Shops. Man ist wettergegärbt und –resistent, so sind dicke Jacken über kurzen Hosen kein außergewöhnlicher Anblick. Das gilt nicht nur für die Männer, auch die Frauen pflegen diesen Look, nach meinen bisherigen Erfahrungen glaube ich nicht, dass der Markt für exzessive Kosmetikprodukte hier sehr ausgeprägt ist, High Heels habe ich nur bei japanischen Touristinnen gesehen  und der “metrosexuelle” Mann dürfte daher hier eher ein Schattendasein führen. Überhaupt das Männerbild: Der “tough guy” steht offensichtlich hoch im Kurs, außerhalb der Städte fährt man Geländewagen und Pick-Ups, alles ist recht rustikal. Man sieht alle Arten von Outdoor-Aktivitäten, je extremer, desto besser. Aber insbesondere steht Rugby hoch im Kurs, einen Spruch, gemünzt auf den American Football, der ja auch nicht gerade ein Sport für Weicheier ist, hat mir besonders gefallen: “Rugby: No pads, no helmets, just balls”. Aber dennoch hat die zumindest in diesem Sinne recht puritanische Regierung es geschafft, die Vorlieben für die kleinen Drogen des Alltags zu vertreiben. Alkohol wird nicht beworben und ist sehr teuer...